Wechseljahre / Klimakterium

Die Wechseljahre sind ein bedeutender Einschnitt im Leben einer Frau. Sie beginnen im Durchschnitt etwa im 47. Lebensjahr und dauern insgesamt 10 bis 14 Jahre. Die letzte Regelblutung erfolgt im Schnitt bei 51,4 Jahren und wird auch als Menopause bezeichnet.
Was passiert genau? Die Eierstöcke stellen allmählich ihre Hormonproduktion ein, die Blutungen werden unregelmäßiger (oft werden die Abstände zunächst kürzer und dann erst länger) und der Eisprung seltener, bis beides zum Erliegen kommt. Während dieser Phase kommt es zu Schwankungen im Hormonspiegel, welche die typischen Wechseljahrbeschwerden auslösen können.
Ob und wie stark diese Beschwerden auftreten, ist von Frau zu Frau verschieden. Einem Drittel aller Frauen bereitet die körperliche Umstellung kaum oder gar keine Probleme, ein Drittel hat relativ leichte Beschwerden und ein weiteres Drittel zeigt Symptome, welche eine therapeutische Behandlung erfordern.

Folgende Wechseljahrbeschwerden können auftreten::

  • Hitzewallungen, Schweißausbrüche, Nachtschweiß
  • Nervosität, innere Unruhe, Reizbarkeit
  • Schlafstörungen, Erschöpfung
  • Schwindel, Konzentrationsstörungen
  • Depressive Verstimmungen, Antriebslosigkeit
  • Gewichtsprobleme, Haarausfall
  • Trockenheit der Scheide und Abnahme der Libido
  • Blasenschwäche, Harnwegsinfektionen
  • Osteoporose, Gelenkschmerzen, Herz-Kreislauferkrankungen

Frauen mit einer positiven und entspannten Lebenseinstellung sowie einem gesunden Lebenswandel haben in der Regel kaum Probleme. Hierzu gehören eine ausgewogene Ernährung, viel Bewegung wie z.B. Radfahren, Spazierengehen, Wandern, Schwimmen oder Tanzen, die Vermeidung von Genussgiften wie Alkohol, Nikotin, Koffein und scharfen Gewürzen sowie ausreichende Erholungs- und Entspannungphasen.

Sind die Wechseljahrbeschwerden stärker ausgesprägt kann eine pflanzliche oder hormonelle Therapie sinnvoll sein. Traubensilberkerze, Rotklee und Mönchspfeffer können beispielsweise regulierend in den weiblichen Hormonhaushalt eingreifen. Gegen Schlafstörungen hilft oft Baldrian, Melisse oder Hopfen und bei depressiven Verstimmungen kann Johanniskraut von Nutzen sein. Da auch bei einer pflanzlichen Therapie Nebenwirkungen nicht auszuschließen sind, sollten Sie diese unbedingt mit uns absprechen.

Besonders bei Frauen, die früher in die Wechseljahre kommen, kann eine Hormonersatztherapie durchaus sinnvoll sein. Die Formen einer Hormonbehandlung sind vielfältig. Es gibt entsprechende Tabletten, Pflaster, Gels, Cremes oder Sprays. Welche für Sie in Frage kommt sowie Nutzen und Risiken einer Hormonersatztherapie erörtern wir gerne mit Ihnen in einem individuellen Beratungsgespräch.

Thema Verhütung - Auch wenn eine Schwangerschaft in den Wechseljahren deutlich unwahrscheinlicher wird, besteht weiterhin die Möglichkeit. Bei einer Frau, die weder die Pille noch sonstige Hormone einnimmt, endet die Fruchtbarkeit ca. ein Jahr nach der letzten Regelblutung. Selbstverständlich beraten wir Sie auch zum Thema Verhütungsmethoden gerne und individuell.