Krebsvorsorge

Die Untersuchung zur Krebsfrüherkennung  dient der frühzeitigen Erkennung bösartiger Veränderungen und kann einmal im Jahr, mit der Kostenübernahme durch die Krankenkasse, durchgeführt werden. Die Untersuchungen sind verschiedenartig, da das Krankheitsrisiko von unterschiedlichen Faktoren abhängig ist. So ist das Alter ein wichtiger Faktor, der die Art der Untersuchung beeinflusst.

Bei Frauen ab 20 Jahren werden die äußeren Organe, die Gebärmutter und die Eierstöcke untersucht. Zusätzlich wird von dem Gebärmutterhals ein Zellabstrich entnommen. Die labortechnische Auswertung des Abstrichs dient der Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs und seiner Vorstufen.
In der Altersspanne bis 26 Jahren ist außerdem ein Chlamydientest mit inbegriffen.

Ist das 30. Lebensjahr erreicht, kommt zu den genannten Untersuchungen das Abtasten der Brust hinzu.
Ab 35 Jahre wird alle 3 Jahre ein Ko-Testung zum Gebärmutterhalskrebsscreening durchgeführt. Die entnommenen Zellabstriche werden sowohl auf Zellveränderungen als auch auf Human-Papillon-Viren geprüft.

Ab dem Alter von 50 Jahren erweitert sich das Untersuchungsspektrum um die Früherkennung von Dickdarmkrebs. Einmal im Jahr erhalten die Patientinnen eine Tastuntersuchung des Enddarmes sowie einen immunologischen Stuhltest. Ab dem 55. Lebensjahr können die Frauen wählen, ob sie weiterhin alle 2 Jahre einen Stuhltest oder zweimal im Abstand von 10 Jahren eine Darmspiegelung machen möchten.

Darüber hinaus gibt es das reguläre Brustkrebsscreening, bei dem alle Frauen zwischen 50 und 69 Jahren alle zwei Jahre zu einer Mammographie eingeladen werden.

Es gibt es einige Zusatzuntersuchungen, die von gesetzlichen Krankenkassen nicht übernommen werden, die aber trotzdem für Ihre Gesundheit eine große Relevanz haben können.

Rountinemäßige Ultraschalluntersuchungen beispielsweise sind generell nicht vorgesehen!

Weitere sinnvolle Zusatzleistungen sind:
Vaginale Ultraschalluntersuchung

Bei der Vaginalsonographie kann man die Gebärmutter und Eierstöcke bildlich darstellen und so einen zusätzlichen Eindruck zum Tastbefund erhalten.
Da die Eierstöcke sich aufgrund ihrer Lage und Größe (tief im kleinen Becken und ca. 2 bis 4 cm groß) in der Regel der direkten Tastuntersuchung entziehen, halten wir auch bei normalem Tastbefund die vaginale Ultraschaluntersuchung für eine sinnvolle Zusatzleistung. Das gilt insbesondere, wenn äußere Tastbedingungen die Untersuchung erschweren, wie zum Beispiel Verspannungen der Bauchdecke oder Übergewicht.
Die Gebärmutter wird in ihrer Form und Größe gemessen und beurteilt. Dabei kann auch die Gebärmutterschleimhaut beurteilt und gemessen werden. Ausserdem können Myome in der Gebärmutterwand und/oder gutartige und bösartige Zysten oder Tumore an den Eierstöcken festgestellt werden.
Nicht jeder so entdeckte Befund hat schwerwiegende Folgen. So gibt es besonders an den Eierstöcken auch viele harmlose Zysten, die von selbst wieder verschwinden.
Die vaginale Ultraschalluntersuchung bietet somit eine wesentlich höhere Sicherheit, Veränderungen im Unterleib zu entdecken und zu entscheiden, ob weitere Maßnamen notwendig sind.
Desweiteren kann die Position von Spiralen überprüft werden.
Auch vor einer geplanten Schwangerschaft ist es sinnvoll per Ultraschalluntersuchung einen unauffälligen Befund der weiblichen Organe zu sichern.

HPV-Test und HPV-Impfung

Humane Papillomaviren (HPV) gehören zu den häufigsten Verursachern von Krebs im Genitalbereich.
Auf Empfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO) des Robert-Koch-Institutes erhalten Mädchen und Jungen vor allem im Alter von 9 bis 14 Jahren, also möglichst vor dem ersten Geschlechtsverkehr, die HPV-Impfung als Kassenleistung. Wurde dies versäumt, kann bzw. sollte bis zu ihrem 18. Lebensjahr eine Nachholimpfung erfolgen.

Aber auch ältere Frauen erhalten einen effektiven Schutz gegenüber möglichen Auswirkungen einer HPV-Infektion, selbst wenn sie schon einmal mit den humanen Papillomaviren in Kontakt waren.
Grundsätzlich ist die Impfung für alle sexuell aktiven Frauen geeignet. Insbesondere nach einer festen Beziehung, wenn Frauen auf der Suche nach einem neuen Partner sind, kann der HPV-Test und eine HPV-Impfung von Vorteil sein.
(Quelle: Krebsinformationsdienst des Deutsches Krebsforschungszentrum)

Sprechen Sie uns an. Wir beraten Sie gerne.

Immunologischer Test auf okkultes Blut im Stuhl

Der regelmäßige, einmal jährlich durchgeführte Test auf verstecktes Blut im Stuhl ist eine der wichtigsten Untersuchungen zur Darmkrebsfrüherkennung.
Mit dem sogenannten Okkultbluttest (okkult = verborgen) können geringste Mengen Blut im Stuhl entdeckt werden, die mit bloßem Auge nicht erkennbar sind. Bei regelmäßiger Durchführung ist es so möglich, etwa 80 Prozent der Darmtumore und bis zu 50 Prozent der Vorstufen in einem frühen Stadium ausfindig zu machen, sodaß die Chance auf eine erfolgreiche Therapie gegeben ist. Das aktuelle Krebsvorsorgeprogramm der gesetzlichen Krankenkassen sieht diesen Test ab dem 50. Lebensjahr vor. Selbstverständlich können Sie den Stuhltest auch früher als zusätzliche Wunschleistung erhalten.

Test für Blasenkrebs

Das Harnblasenkarzinom ist der fünft häufigste Tumor bei der Frau. Im Durchschnitt erkranken Frauen mit 74 Jahren an Harnblasenkrebs und leider wird dieser meist spät und in fortgeschrittenem Stadium diagnostiziert. Dabei sind die Heilungsprognosen bei einer Früherkennung relativ hoch und der sogenannte BTA-Test ist einfach, schnell, kostengünstig und erfasst auch nicht sichtbare Tumore der oberen Harnwege.

Ursachen und Risikofaktoren für Harblasenkrebs sind:

  • Aktiv- und Passivrauchen
  • Regelmäßiger Umgang mit bestimmten Chemikalien, welche in u.a. in Farben, Lacken, Teer, Lösungsmitteln und bei der Kunststoffherstellung vorkommen. Also v.a. berufliche Tätikgeiten in der Chemie-, Gummi-, Textil-, Leder- und Metallproduktion und -verarbeitung, im Straßenbau sowie in der Friseur- und Druckbranche.
  • Chronische Schleimhaut- und Blasenentzündung
  • Harnabflussstörungen
  • Dauerhafte Einnahme von Schmerzmitteln und Zytostatika
Brustultraschall

Brustkrebs kann jede Frau treffen
Brustkrebs gehört zu den häufigsten bösartige Erkrankungen der Frau. Waren in der Vergangenheit meist ältere Frauen (etwa vom 50. Lebensjahr an) betroffen, so trifft die Diagnose seit einigen Jahren immer häufiger auch jüngere.
Als wissenschaftlich gesichert gilt, dass hormonelle und genetische Faktoren sowie Umwelteinflüsse, Lebensweise und Lebensbedingungen bei der Entstehung von Brustkrebs eine Rolle spielen. Das bedeutet jedoch nicht, dass Frauen, auf die ein oder sogar mehrere dieser Risikofaktoren zutreffen, unbedingt an Brustkrebs erkranken müssen. Denn auch Frauen ohne familiäres oder hormonelles Risiko sind von Brustkrebs betroffen.

Inna Gallinger

Fachärztin für Frauenheilkunde und Geburtshilfe
Schwerpunkt Mammasonographie

Bernhard Rümelin

Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe
Schwerpunkt Mammasonographie

Ein erhöhtes Risiko für eine Brustkrebserkrankung haben:

  • Frauen, deren nahe Verwandte (Mutter, Schwester) Brustkrebs hatten
  • Frauen, die bereits früher an Brustkrebs erkrankt waren
  • Frauen, deren Brust zahlreiche Mikroverkalkungen aufweist
  • Frauen, die zystische Veränderungen der Brust haben
  • Frauen, die älter als 50 Jahre alt sind
  • Frauen, bei denen eine operative Gewebsprobe mikroskopische Hinweise auf eine erhöhte Neigung zu Zellentartungen ergeben hat

Brustkrebserkennung ab wann, wie oft?
Im Rahmen der gesetzlichen Krebsfrüherkennungsprogramme ist für Frauen bis zum 50. Lebensjahr nur die Tastuntersuchung der Brust vorgesehen. Und das, obwohl gerade bei jüngeren Frauen die Zahl der Brustkrebserkrankungen und zwar insbesondere mit aggressiven Tumorarten seit Jahren steigt. Lediglich bei einem unklaren oder auffälligen Tastbefund kann zur weiteren Abklärung eine Ultraschalluntersuchung oder eine Mammographie zu Lasten der Krankenkassen durchgeführt werden.
Aus ärztlicher Sicht empfiehlt sich eine regelmäßige Brustkrebsvorsorge (Abtasten und Ultraschalluntersuchung) vom 30. Lebensjahr an - bei Frauen mit familiärem Risiko schon früher. Die Ultraschalluntersuchung der Brust sollte dabei einmal jährlich durchgeführt werden, die Mammographie zusätzlich ab dem 50. Lebensjahr alle zwei Jahre. Die erweiterte Brustkrebsvorsorge zählt derzeit nicht zum Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen. In unserer Praxis haben Sie die Möglichkeit die Ultraschalluntersuchung der Brust als Wahlleistung in Anspruch zu nehmen. Wir informieren Sie gern über die Kosten.

Frauen unter 50 Jahren profitieren von einer Ultraschalluntersuchung der Brust, da hier das Brustdrüsengewebe dichter ist als bei älteren Frauen. Die Aussagekraft der Mammographie ist hier deutlich geringer. Sowohl gutartige als auch bösartige Veränderungen lassen sich darstellen, und zwar oft, bevor sie tastbar werden.
Auch Frauen über 50 Jahre profitieren von einer ergänzenden Sonographie der Brustdrüse ohne Strahlenbelastung.

Zusätzlicher Zellabstrich

Die neuen Regelungen der Krebsvorsorge sehen für Frauen ab dem 35. Lebensjahr die Gebärmutterhalsabstriche nur noch alle 3 Jahre vor. Sollten Sie sich damit unsicher fühlen,
besteht natürlich weiterhin die Möglichkeit, den Zellabstrich jährlich als zusätzliche Wahlleistung wahrzunehmen.

Diagnostik von sexuell übertragbaren Erkrankungen

Sexuell übertragbare Infektionen (sexually transmitted infections = STI) werden hauptsächlich durch ungeschützten Geschlechtsverkehr weitergegeben.
Auch während Schwangerschaft, Geburt oder Stillen ist eine Übertragung von der Mutter auf das Kind möglich.
Symptome können sein: unangenehmer Geruch und Ausfluss, Schmerzen beim Urinieren, Jucken, Hautveränderungen, Unterleibsschmerzen und Blutungsstörungen. Da es aber durchaus auch vorkommt, dass sich keinerlei Anzeichen bemerkbar machen, ist es ratsam zum Beispiel nach einem ungeschützen Geschlechtsverkehr, ärztlichen Rat zu suchen, um eine Infektion auszuschließen.

Selbstverständlich bieten wir Ihnen gerne diese Möglichkeit als Selbstzahlerleistung in unserer Praxis an.